Kreationismus und Evolution

 

In der von Moses geschriebenen Genesis findet man in einem Schöpfungsbericht die
Aussage, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen hat. Doch es ist uns allen klar,
dass die Welt, so wie sie heute existiert, in Millionen oder gar Milliarden von Jahren
entstanden ist. Die Wissenschaft belehrt uns, dass eine sehr lange dauernde Evolution
stattgefunden hat, die möglicherweise noch heute andauert. Hat uns Moses hier eine
Unwahrheit aufgetischt?

Es gibt nur wenige Christen - und dies vor allem in Amerika - die den Schöpfungsbericht
von Moses wörtlich nehmen und nicht erkennen, dass er nur in einer Entsprechung, also
symbolisch, richtig zu verstehen ist.

Nehmen wir nun an, dass doch eine Evolution stattgefunden hat. Das schliesst aber
keineswegs aus, dass Gott die Welt erschaffen hat. Er kann ja sehr wohl hinter der
langandauernden Entwicklung des Universums stecken. Man muss eben unterscheiden
zwischen einem Kreationismus, der eine Erschaffung der Welt in sechs Tagen annimmt
und einer Schöpfungslehre, also auch einem Kreationismus, die die offensichtliche
Tatsache der Schaffung des Weltalls in vielen Entwicklungsphasen vertritt. Halten wir hier fest:

         Gott hat die Welt erschaffen.

In sechs Tagen? Dies widerspricht völlig den gesicherten Tatsachen der wissenschaftlichen
Erkenntnis. Wie könnte es wohl Gott eingefallen sein, die vielen Fossilien aus früheren
Zeiten in die Erde hinein zu erschaffen, um uns Menschen irrezuführen? Es ist doch ganz
und gar unsinnig, so etwas zu glauben! Also nehmen wir an:

         Es hat eine Evolution stattgefunden.

Aber was für eine Evolution? Weitverbreitet ist heute der Darwinismus oder besser der
Neodarwinismus. Er nimmt an, dass durch unendlich viele Mutationen die Lebewesen
sozusagen zufällig entstanden sind. Dies wird heute von vielen Wissenschaftlern bezweifelt,
da es sehr viele Widersprüche gibt, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll.
Eine zielgerichtete, also geistig gelenkte Evolution ist durchaus denkbar. Niemandem
würde es einfallen anzunehmen, dass zum Beispiel eine mechanische Uhr ohne Einwirkung
einer Intelligenz entstanden sei. Und dabei ist das kleinste Lebewesen in der Natur schon
um vieles genialer eingerichtet als die kompliziertesten von Menschen geschaffenen Maschinen.

Und wie steht es mit den Seelen, die in jedem Lebewesen stecken. Ja, es ist schon so, dass
noch nie eine Seele bei der Sezierung einer Pflanze, eines Tieres oder eines Menschen zum
Vorschein gekommen ist. Wie sollte das auch möglich sein, da das Seelische nicht
grobstofflich sondern feinstofflich auf einer ganz anderen Seinsebene angesiedelt ist.

Vertritt man die Meinung, dass eine seelische Welt existiert, was ja unserem christlichen
Glauben durchaus entspricht, dann ist der Schritt zur Annahme einer Evolution, die sich
auch im Seelenreich abspielt, gar wohl annehmbar. Aber wie strotzt hier unsere universitäre
Weisheit noch vor Unwissenheit. Hoffen wir, dass es bald besser wird!

Halten wir fest:

Es ist durchaus nicht abwegig, an eine geistig gelenkte Evolution zu glauben,
die es uns erlaubt anzunehmen, dass Gott - sicher auch mit Hilfe seiner von
Ihm geschaffenen mächtigen Geister - die wunderbare Welt erschaffen hat, in
der wir leben dürfen.